Wie alles begann

Ein im Jahre 1971 von Kapellmeister Dir. Prof. Mag. Josef Fandl aus Holz- und Blechbläserschülern der neugegründeten Musikschule zusammengestellter Bläserkreis bildete die musikalische Keimzelle des späteren Musikvereines Jugendkapelle Großpetersdorf.

Die ersten Ensembleproben wurden unter anfangs sehr bescheidenen Verhältnissen in einem ehemaligen, umgebauten Pferdestall abgehalten, der an die Musikschule anschloss.

Als logische Folgen des Probeeifers und der zahlreichen erfolgreichen Auftritte der ehrgeizigen jungen Musiker und des Dirigenten wurden entscheidende Schritte zur Umwandlung in eine Jugendkapelle eingeleitet. Am 13. März 1976 fand im Festsaal der Zentralschule das Gründungskonzert der Jugendkapelle statt, wobei 35 MusikerInnen erstmals die eigens für sie entworfene Tracht präsentierten.

Nach der Gründung jagte ein Konzerttermin den anderen, und die Jugendkapelle konnte große Erfolge erzielen. Konzertreisen in die nähere und weitere Umgebung, ORF-Studioaufnahmen, Live-Sendungen, Fernsehproduktionen und die Produktion von zwei Tonträgern sowie die Mitwirkung bei der Bezirks-CD machten den Musikverein weithin bekannt.

Die Jugendkapelle ist in der glücklichen Lage, aus dem großen Reservoir der Musikschule schöpfen zu können, sodass alle Mitglieder eine gute und fundierte Ausbildung genossen haben und zum Großteil noch genießen. Für mehrere ihrer Mitglieder war die Jugendkapelle das Sprungbrett zu einer musikalischen Karriere, sodass ehemalige Großpetersdorfer Musiker heute selbst in großen Orchestern zu finden sind.

Im Jahre 1988 ging die musikalische Leitung von ihrem Gründer und nunmehrigen Ehrenkapellmeister Dir. Prof. Mag. Josef Fandl auf Mag. Christian Schulte über, der mit seiner musikalischen Arbeit Gewähr dafür leistet, dass der Musikverein auch in Zukunft ein lebendiger sich weit verzweigender und unverzichtbarer Kulturträger bleibt.

Wer uns geleitet hat

Kapellmeister Dir. Prof. Mag. Josef Fandl setzte seine Idee eines eigenen Blasmusikvereins in die Tat um und leitete den Aufbau des Musikvereins in Großpetersdorf. Unser nunmehriger Kapellmeister Dir. Mag. Christian Schulte konnte nach der Taktstockübergabe diese Arbeit weiterführen. Durch seine erfrischend positive Art belebt er uns noch immer und hoffentlich noch einige Zeit mit seiner Vision einer sowohl traditionellen als auch weltoffenen Blasmusik. Musik die bei Polka, Marsch und Walzer nur ihren Anfang hat und sich beliebig weit ausdehnen lässt.

Nach dem Gründungsobmann Otto Knabel hatte Landtagspräsident Bgm. Hans Krutzler diese Funktion bis zum Jahr 1983 inne. Zu seinem Nachfolger wurde der damalige Bürgermeister von Großpetersdorf und spätere Landesrat Josef Tauber gewählt, welcher gemeinsam mit Komm.-Rat Franz Pock dem Verein vorstand.

Auf deren Anregung hin, die Vereinsführung ausschließlich mit aktiven Musikern zu besetzen, wurden im Oktober 1995 Mag. Horst Knabel zum Obmann und Hans Peter Polzer zu seinem Stellvertreter gewählt.

Unter ihrer Führung wurde viel Neues umgesetzt. In diese Amtsperiode fiel der Neuausbau und die Adaption des Probesaales. Im Jahr 2000 wurde aus beruflichen Gründen das Ruder an Harald Joseph übergeben. Unter seiner Leitung wurde versucht, mehr und mehr die Jugend in die Abläufe und Prozesse des Vereins einzubeziehen und auch der Vorstand wurde verjüngt. Im Jahr 2004 übernahm Ing. Helmut Unger den Vorsitz und wurde in der Generalversammlung 2006 wiedergewählt.

Wohin uns die Musik führt

Neben unzähligen Auftritten in der näheren Umgebung wurden im Laufe der Jahre auch Konzertreisen durchgeführt. Radstadt, Bad Hofgastein, Kärnten/Wörthersee, zweimal Staatz, Mörbisch, Salzburg/Wagrain, Dachsteinregion Stainach/Irdning, Lienz Osttirol, Wolfgangsee/Mondsee, Ebensee, und Gosau standen dabei im Inland auf dem Programm. In besonders guter Erinnerung sind aber die Reisen nach Ungarn (Budapest und Plattensee), nach Koper im ehemaligen Jugoslawien, nach Venedig und nach Deutschland an den Königssee geblieben sowie nach Südbayern im Jahr 2006. Die Auftritte auf dem Budapester Burgberg bei der Fischerbastei neben der Matyaskirche oder am Königssee waren für die Mitglieder ebenso beeindruckend wie das Konzert vor tausenden Zuhörern auf dem weltberühmten Markusplatz unmittelbar neben der Basilika San Marco in Venedig. Eindrucksvoll war aber auch der Auftritt in 2.000 Meter Seehöhe auf dem Hochstein bei Lienz.

Der Musikverein Großpetersdorf wurde so zum kulturellen Botschafter des Burgenlandes und einer der erster Kulturträger der Marktgemeinde, die dadurch weit über die Landesgrenzen bekannt wurde.